Rezensionen 2018-05-16T11:05:36+00:00

Rezensionen

Büchertipps

Rezensionen zu Büchern aus den Themenbereichen Coaching, Leadership, Psychotherapie und Burnoutprävention.
Neueste Rezensionen
    • Eckhard Lotze
    • Humor und Führung. Gesundheitsförderndes Potential in Organisationen?
    • Mabuse Verlag, Frankfurt: 2018

    Das Ziel des sehr brauchbaren Buches von Lotze soll die Herleitung der Sinnhaftigkeit von Beschäftigung mit Humor in den hierarchischen Bezügen von Organisationen leisten.
    Kommunikation und Interaktion sind die wichtigsten konstitutiven Elemente von Führungshandeln und gelten als Kern der Personalführung. In dem Buch geht es nicht darum, Humor als eine weitere Technik oder als Instrument von Führungskräften zu verkaufen. Es geht der Frage nach,  eelche positiven und gegebenenfalls negativen Auswirkungen hat er nach neuesten Stand der Humorforschung?

    Humor gilt auch in der Psychologie als reife Bewältigungsstrategie, als stressmoderierende Variable, als beziehungs- und gesundheitsförderndes Element. Vor dem Hintergrund des überproportionalen Anstiegs psychischer Erkrankungen von Arbeitnehmern verdient gerade  die Fokussierung als stressreduzierender Faktor besondere Beachtung.
    In 5 Kapiteln widmet sich der Autor dem systemtheoretischen Verständnis von Führung und Organisationen, der Gesundheitsförderung, dem Potential des Humors insbesondere in Bezug auf gesundheitsfördernde Aspekte und Humor und Führung auf drei Dimensionen.
    Gut recherchiert, fundiert beschrieben und kurzweilig formuliert geleitet uns der Autor hin zu für drei für mich wichtigen, zentralen Dimension von Humor in Organisationen:

    Dimension: Selbstführung – Humor als Grundhaltung
    Dimension: Interaktion von Führungskräften mit Mitarbeitern
    Dimension: Beitrag von Humor für eine Organisationskultur

    Lotze schafft eine sehr praktikables Buch auf knapp 100 Seiten, dass auch Profis im Coaching oder der Organisationsberatung Laune macht, öfters einen Blick hinein zu werfen und sich Impulse zu holen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    14.06.2018

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    • Beate Felten-Leidel
    • Von wegen Mimose – Wie ich meine Hochsensibilität als Stärke erkannte?
    • Balance buch + medien Verlag, Köln: 2015

    „Ich hatte oft genug das Gefühl, nicht in die Welt zu passen... Meine Angst- und Stresspegel waren chronisch erhöht ... traute mir nichts zu ... war extrem verletzlich ... kam mir vor wie von einem anderen Stern.“ schreibt die Autorin, die ihren Weg zur Erkenntnis, dass sie eben anders sei, eine andere Reizschwelle habe und deshalb immer wieder als Mimose, Sensibelchen oder als Zimperliese verspottet wurde in diesem Buch autobiographisch erzählt.  In 20 Kapiteln mit Unterkapiteln kurzweilig gehalten, beschreibt sie z.B. wie man sich als normalsensibler Mensch sich diese Art von erhöhter Reizwahrnehmung vorstellen kann. Sie vergleicht es mit einer Art inneren Alarmanlage. Jeder besitzt vergleichbare Krisenmelder, die zuverlässig, stabil und eben erst dann reagieren, wenn tatsächlich reale Bedrohung vorliegt. Die empfindliche Hochleistungsversion dagegen ist mit unzähligen Zusatzsensoren, Rauchmeldern, Fühlern, Kameras etc. ausgestattet. Die Sirenen schrillen bereits, wenn ein Mäuschen vorbeihuscht, das Herz schnell schlägt oder der Partner  oder Chef ein falsches Wort sagt. Diese Hochleistungsversion macht viel Lärm um nichts. Diese Version hat man sich nicht selbst ausgesucht. Doch es gibt seit einigen Jahren eine Art Gebrauchsanweisung, wie dieses komplizierte innere Gerät funktioniert. Wenn man sich liebevoll damit beschäftigt, offenbart diese Anlage ihre wahre Qualitäten. Eine die, eine erste Gebrauchsanweisung lieferte, war die amerikanische Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron, die Ende der 90er Jahre. Auch Felten –Leidel gab diese Lektüre nach unzähligen, jahrelangen Therapien Hilfestellungen und war ihr ein Augenöffner für Ihre Reizempfindlichkeit. Sie beschreibt einige Tricks und Alltagshilfen gegen Stress und Überstimulation. Sie entwickelte Reizminderer, Kräftigungsmittel und Notfallsmaßnahmen, die sie einfach und nachvollziehbar beschreibt. Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern eine gesteigerte Reizwahrnehmung, die Normalsensible nur schwer nachvollziehen können. Deshalb ist dieses Buch ein Erkenntnisbuch für Hochsensible wie Normalsensible gleichermaßen.
    Sehr empfehlenswert. 

    Lisa Tomaschek-Habrina

    13.06.2018

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    • Lamprecht, Hammel, Hürzeler, Niedermann
    • Wie das Krokodil zum Fliegen kam –
    • 120 Geschichten, die das Leben verändern
    • Ernst Reinhardt-Verlag, München: 2016

    Märchen und Fabeln, poetische und philosophische Betrachtungen, Allegorien, Metaphern und Parabeln als auch Lebensgeschichten gibt es hier zu finden. Was macht eine Geschichte zu einer „therapeutischen“ Geschichte? Geschichten, die wir uns selbst und einander erzählen, stabilisieren oder verändern häufig unser Verhalten. Geschichten simulieren Wirklichkeiten, mit deren Hilfe wir Vergangenes und Zukünftiges ordnen können. In einer fiktiven Welt erlauben wir uns mit Geschichten etwas auszuprobieren, ohne jedoch sofort die Konsequenzen für unser Verhalten zu tragen. In der Therapie, in Coaching und Beratung haben Geschichten vielfältige Funktionen: sie können Belastungen reduzieren, neue Lebens- und Überlebensstrategien simulieren, spielerisch, humorvolles Lernen ermöglichen, traumatische Erlebnisse abschwächen und Genesungsprozesse optimieren.

    Dieses Buch ist ein Schatz dessen, was die HerausgeberInnen in ihrer Praxis gesammelt haben, um auch die LeserInnen dazu zu animieren, wieder eigene Geschichten hervorzubringen.

    Dabei ist es in acht Themenblöcke gegliedert: Auf Sinnsuche; Gesundheit entdecken; Das Glück kitzeln; Freie Berufszeit; Alleinsam- und Gemeinsamkeiten; Jung und alt und viel dazwischen;  Selbstvertrauen wecken und Loslasen mit Lust

    Ich bin eine Liebhaberin von kurzen prägnanten Geschichten – hier einige, die ich empfehlen kann: Wie geht’s?, Leidenschaft; Das Monsanto-Prinzip; Geheimtipp und Brandmelder haben mir besonders gut gefallen.

    Brauchbare Fundgrube für den beraterischen Alltag.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    07.06.2018

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    • Christian Stadler
    • Ich bin viele. Psychotherapie mit Ich-Anteilen
    • Ernst Reinhardt-Verlag, München: 2017

    Stadler zeigt in seinem Buch, wie man Zugang zu inneren Wirklichkeiten über die Arbeit mit Ich-Anteilen v.a. in der Therapie und im Coaching gewinnt. Beispiele aus der Praxis, konkrete Beschreibungen von Übungseinheiten im Einzel- und Gruppenanteilen mit Anleitungen machen es Anwendern leicht, selbst im beruflichen Kontext aktiv zu werden. Er skizziert hier kurz was unter Rollenbegriff zu verstehen ist,  wie das Zusammenspiel Individuum und Gesellschaft in Rollen gefasst ist. Jeder von uns nimmt unendlich viele Rollen auf unterschiedlichen Lebensbühnen ein. Rollen sind nach Stadler somit „verschiedene Handlung-, Verhaltens- und Erlebensmuster einer Person, welche identifiziert werden können und die Persönlichkeit in ihrer Gesamtheit konstituieren“ (Stadler, 2014, S.11) Wie man nun mit dieser Rollenvielfalt in Therapie und Coaching arbeiten kann, zeigt Stadler in 7 Kapiteln einfach aufgeschlüsselt. Er beschreibt, wie man den inneren Dialog mit unterschiedlichen Herangehensweisen fördern kann. Vom psychodramatischen sozialen oder kulturellen Atom durch Auflistung, Koordinatensystem von Aktivität und emotionaler Bewertung über Gefühle oder Symptome und Körper als Rolle und wie man mit diesen Rollen in Kontakt treten kann. Bis hin zum bekannten inneren Team von Schulz von Thun, dem Ressourcenfluss oder dem inneren Dialog mittels Rollenwechsel mit zum Beispiel der Ehrgeizigen, stellt er einfach und verständlich Herangehensweisen zur Verfügung, die leicht nachvollziehbar für AnwenderInnen beschrieben werden. Die Arbeit mit dem inneren Kind sowie dem inneren Helfer ist ebenso, wie auch andere Formate auch in Bezug zu bestimmten Störungsbildern wie der Borderline Persönlichkeitsstörung, Traumafolgestörung, Sucht oder Posttraumatischen Belastungssyndrom in ihren Einsatzmöglichkeiten erläutert.

    Eine gute Zusammenschau für bereits kundige AnwenderInnen sich wieder Impulse für die Arbeit mit KlientInnen zu holen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.06.2018

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    • Carlo Strenger
    • Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit
    • Das Leben in der globalisierten Welt sinnvoll gestalten
    • Psychosozial-Verlag, Gießen: 2016

    Der Homo Globalis, die große Gruppe der Menschen, deren Identität in erster Linie dadurch definiert ist, dass sie Teil des globalen Infotainment-Systems stellt sich zunehmend die berechtigte Frage, ob sie eigentlich ein sinnvolles und erfülltes Leben führten.Wie können wir dem Dilemma des globalisierten Menschen begegnen? Dieses Buch stellt die These auf, dass wir ein Leben leben, das wir selbst geschaffen haben, und nicht ein Leben, das sich den Forderungen des globalen Marktes anpasst.Der Autor zeigt wie sehr wir das Bedürfnis haben, uns und unser Leben als bedeutungsvoll zu empfinden, und legt dar, dass dieses Bedürfnis tief in unserer biologischen Natur verwurzelt ist.
    In einem von neun Kapiteln bedient sich der Autor der Werbekampagne von Nike mit ihrem Slogan »just do it«, der einen wesentlichen Aspekt des Zeitgeistes auf den Punkt bringt: Alles ist möglich, und es kommt nur auf zwei Dinge an: Ruhm und Reichtum.
    Beide sind messbar und beide sind unablässig einem weltumspannenden Bewertungs- und Rankingsystem unterworfen. Und diejenigen, die tatsächlich auf diesen Listen stehen, leben in der ständigen Furcht, sie könnten ihren sichtbaren Status in der Liste der reichsten, sexuell attraktivsten und am meisten bewunderten Berühmtheiten verlieren. Dies führt schließlich zu der ständigen Angst vor Bedeutungslosigkeit.
    In Kapitel 3 analysiert Strenger einige der Phänomene, mit deren Hilfe die Bewohner der globalisierten Welt ihre ständige Angst vor Bedeutungslosigkeit zu mildern versuchen: die boomende Selbsthilfe-Kultur und die Pop-Spiritualität.
    Der Autor fordert dazu auf, wieder zu einer Kultur des begründeten Argumentierens zurückzukehren – als Gegengift gegen den beschriebenen geistlosen Relativismus und Anti-Intellektualismus. Wie kann ich wissen, worum es in meinem Leben wirklich geht? Er zeigt anhand einiger Beispiele, wie Menschen oft erst zu einem ziemlich späten Zeitpunkt in ihrem Leben Selbsterkenntnis erlangen.
    Strenger fordert den Homo Globalis zuguterletzt dazu auf, auf das Nicht-Nullsummen-Prinzip zu setzen, eine Koalition mit all denen einzugehen, die wirklich Weltbürger sein wollen, und Verantwortung für den Planeten und die Menschheit als Ganzes zu übernehmen.
    Sicherlich ein zu kontroversiellen Standpunkten anstiftendes Buch, das in jedem Fall seinen Beitrag leisten wird, wieder zu einer Kultur des begründeten Argumentierens zurückzukehren.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.03.2018

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    • Manfred Spitzer
    • Gelegenheit macht Liebe
    • Kleider machen Leute und der Teufel macht krank
    • Schattauer- Balance, Stuttgart: 2016

    Sprichwörter und ihre Bedeutung haben es Manfred Spitzer, Univ. Prof. an der Uni-klinik Ulm und Neurowissenschaftler, angetan. Er geht ihnen auf den Grund und zeigt, was die Wissenschaft zu ihnen sagt. Von „Kleider machen Leute“ über „Placebo-forte“zu „Helicopter-eltern“ und „Anfang war das Wort“ entführt uns der Autor, bis wir auch zu den Kapitel „Digital genial?“ und „Smartphone, Angst und Stress“ gelangen.

    Anschaulich beschreibt Spitzer in „Digital genial?“, dass das „Das Ende der Kreidezeit“ ausgerufen wird durch den flächendeckenden Einsatz von I-Pads und Laptops in Form von medialer Frühförderung in Kindergärten und Schulklassen. Lernschwächen der Kinder und Jugendlichen solle man so entgegenwirken können. Die von Spitzer internationalen zitierten Studien besagen jedoch leider genau das Gegenteil. Lernerfolge werden geringer: je mehr geklickt wird umso weniger lesen junge Leute. Es wurden keine Unterschiede in den Lernerfolgen und in der Informationskompetenz zwischen Notebook und Nichtl-Notebook-Schülern gefunden, ebenso keine signifikanten Unterschiede in der Kompetenzentwicklung. In diesem Sinne: Nehmen sie ruhig dieses Buch zur Hand, denn Spitzer liefert einen bunten Straus an Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft, die häufig meinungsverändernd sind.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.03.2018

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    • Alois Burkhard
    • Achtsamkeit
    • Entscheidung für einen neuen Weg
    • Schattauer- Balance, Stuttgart: 2015

    Ein Arbeitshandbuch welches interessierte Laien zum Lesen und nicht zuletzt auch zum Üben einlädt. Meditative Achtsamkeit bedeutet nichts anderes , als dass wir gezielt unsere Aufmerksamkeit auf unsere innere und äußere Wahrnehmung lenken. Wir beobachten ohne zu werten. 20 Min pro Tag hätte zur Folge, dass wir eine annehmende Haltung entwickeln, die Aufmerksamkeit auf den Augenblick richten und eine wohlwollenden Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt üben. Achtsamkeit in der Psychotherapie ist skillbasiert. Der bereits 2012 verstorbene Autor Alois Burkhard hat basierend auf seiner jahrelanger Patientenarbeit eine umfangreiche Sammlung von Übungen, Aphorismen und Geschichten angelegt, die diese skillsbasiere Achtsamkeit unterstützen und anreichern.

    Juliane Stern hat nun seine Arbeit fortgesetzt und diese Neuauflage erweitert um die Kapitel „Umgang mit Gefühlen“ und „Achtsamkeit im Alltag“. Auf vielfachen Leserwunsch werden auch viele Übungen als Audiodateien online zur Verfügung gestellt. So kann man sich ganz auf die Durchführung der Übung konzentrieren.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.03.2018

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Coaching, Leadership, Unternehmensführung
    • Leeb, Trenkle, Weckenmann
    • Der Realitätenkeller
    • Hypnosystemische Konzepte in Beratung, Coaching und Supervision
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2011

    Anlässlich des 66. Geburtstages Gunther Schmidts, dem Begründer des hypnosystemischen Ansatzes, wurde ein Buch mit praktischem Nutzen für die Leser unter Mitwirkung zahlreicher ProtagonistInnen hypnosystemischer Arbeit in Therapie und Beratung herausgegeben. Dabei gliedert sich das Werk in 4 Teile: Grundlagen des hypnosystemischen Ansatzes, Hypnosystemische Beratung, Hypnosystemisches Coaching und Hypnosystemische Methoden im vielfältigen Einsatz. 25 Praktiker, darunter Gerald Hüther, Gunther Schmid selbst, Werner A. Leeb, Martin F. Weckenmann oder auch Bernhard Trenkle, lassen sich auf rund 400 Seiten bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauen. Als Leser erhält man vielfältige Anregungen zur Anwendung in den unterschiedlichsten Praxisfeldern.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    30.01.2018

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    • Consuelo Casula
    • Gärtner, Prinzessinnen, Stachelschweine
    • Methaphern und Geschichten für die persönliche und berufliche Entwicklung
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2017

    Das Buch ist ein großer Fundus für Fachleute, die bei ihrer Arbeit Metaphern als Instrument verwenden wollen.

    Es verfolgt dabei zwei Ziele: Methoden anzubieten, wie man Metaphern konstruieren kann, die speziell auf die Person zugeschnitten sind, der man sie erzählt. Das zweite Ziel ist, dem Leser viele Geschichten anzubieten, die als modellhafte Beispiele dienen sein Repertoire zu erweitern. Dabei beschreibt Casula was Metaphern sind, welche Funktionen sie haben, wie man sie aufbaut, welche semantischen Merkmale zu beachten sind und wie man sie zu bestimmten Themen anwenden kann: Themenbereiche wären: Emotionen, in Paarbeziehungen, negative Denkweisen oder Metaphern im Ausbildungsbereich. Die Geschichten sind dazu da, mündlich erzählt, nicht geschrieben zu werden. Die Metapher lebt und verändert sich, während sie erzählt wird. Die meiste Inspiration habe die Autorin durch Milton H. Erickson erfahren. Andere Inspiratoren finden sich jeweils am Ende des Buchs kapitelweise aufgelistet, auf deren Fundament die Arbeit der Autorin basiert.

    Guter Fundus und Mut gebendes Werk, zum Selbstgestalten von Metaphern im eigenen Arbeits- und Lebenskontext.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    30.01.2018

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    • Michael Müller
    • Einführung in narrative Methoden der Organisationsberatung
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2017

    Müller beschreibt hier sehr prägnant eines der mächtigsten Instrumente der Kommunikation: Erzählung, die auch entscheidend an der Konstruktion der Identität von Individuen und sozialen Systemen beteiligt ist. Letztlich sind es die Erzählungen, die wir uns selbst und die andere über uns erzählen, die unsere Identität ausmachen.
    Auch die Identität von Unternehmen und Organisationen wird durch Geschichten, die Mitarbeiter und Führungskräfte, Kunden oder die Medien erzählen, konstruieret, am Leben gehalten und kommuniziert. Wenn aber Identität als Summe von Geschichten beschreibbar ist, dann liegt nahe, dass man Geschichten auch als Methoden nutzt, um mit und an der Identität zu arbeiten, mit Individuen und auch in Organisationen, in denen Individuen an den Erzählungen beteiligt sind. Im Kontext der systemischen Therapie und Beratung hat diese Idee v.a. durch die Arbeiten des amerikanischen Psychologen Jerome Bruner entfaltet, auf ihn berufen sich auch Michael White und David Epston, die Begründer der narrativen Therapie.
    Identität hat jedoch nicht nur einen Vergangenheitsaspekt, wer welche Geschichten über was erzählt hat, sondern auch einen Zukunftsaspekt, der v.a. im Beratungskontext von entscheidender Bedeutung ist. Wie können Individuen und Systeme ihre Identitätsgeschichten so entwickeln, dass in Zukunft neue Optionen ermöglicht werden?
    Müller nimmt Heinz Abels Modell (2010) der 4 Fragen, was Identität sei auf und überträgt sie auch vom Individuum auf Organisationen und schlägt auch vor damit zu arbeiten im beraterischen Kontext:

    Wie sind wir geworden, was wir sind? Gründergeschichte
    Wer wollen wir sein? Corporate Identity, Marke
    Was tun wir? Geschäftsmodell
    Wie sehen uns andere? Positionierung am Markt, Kunden, Öffentlichkeit

    Der Autor zeigt uns aus der Perspektive des systemischen Beraters in 6 Kapiteln Vorgehensweisen im Einzelcoaching und auf Unternehmensebene. Dabei betont er, dass die narrative Perspektive nicht nur in Kontexten der Organisationsentwicklung und des Coachings relevant ist, sondern auch in zahlreichen anderen Kontexten angewandt wird:
    Unternehmenskommunikation, Wissensmanagement, beim Führungsverhalten und bei Marken – und Strategieentwicklung. Hinter all diesen Ansätzen steht Denken in narrativen Strukturen. Geschichten sind die Art und Weise, wie Menschen und ihre soziale Systeme auch im beruflichen Kontext mit Veränderungen umgehen.
    Ein insgesamt gelungenes kleines kompaktes Buch auf rund 120 Seiten, das einen guten Einstieg in narrative Methoden bietet.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.01.2018

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    • Mechthild Erpenbeck
    • Wirksam werden im Kontakt
    • Die systemische Haltung im Coaching
    • Carl-Auer Verlag, Heidelberg: 2017

    Wer Menschen in ihrer Entwicklung begleitet, kommt um eine innere Haltung nicht herum. Eine Art „Hausgeist“ so die Autorin, der nicht systemisch-reinrassig, sondern eher eine Promenadenmischung ist. Die Geistes-Gegenwart konstituiert Kompetenz, organisiert Handeln und reguliert Beziehungsgestaltung. Ich stoße mit meiner Haltung im Coaching nicht nur in meinem Gegenüber etwas an, es verändert auch mich selbst. Stetig entwickelt sich auf diese Weise eine kräftige und variable Mischung aus Demut und Mut. Haltung- diese spezifische Art der Präsenz, eine Hinwendung im Kontakt, die sich jedes Mal von Neuem in unaufgeregter Weise vollzieht, unabhängig von Methoden und Denkschulen ist die Grundlage um ein Coachingsetting wirksam werden zu lassen.

    Je mehr es gelingt, dem anderen im Sinne seiner ihm innewohnenden Eigenlogik liebevoll auf die Spur zu kommen, desto milder kann ich auch mich selbst und vor allem meine Anstrengungen betrachten.

    Für die Arbeit an der inneren Haltung gibt es keine Zeitlinie, keinen Zustand der Vollendung, keinen zertifizierten Abschluss. Es ist eine immerwährende Suche, eine stet Aufmerksamkeit auf innere Prozesse, eine immer wieder neu entstehende Bereitschaft zur Veränderung.

    Eine kurzweilige Reise zur systemischen Haltung im Coaching – sehr gelungen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.01.2018

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    • Veronika Kotrba, Ralph Miarka
    • Agile Teams lösungsfokussiert coachen
    • dpunkt Verlag, Heidelberg: 2017, 2. Auflage

    Wenn Sie in irgendeiner Form mit Teams zu tun haben, kann dieses Buch hilfreich für sie sein. Der Fokus liegt hierbei auf lösungsfokussiertes Kurzzeit-Coaching, und wie Führung im agilen Umfeld funktionieren kann. In neun Kapiteln erfahren sie hilfreiches über lösungsfokussiertes Vorgehen im Teamcoaching, über Fragetechniken, Konflikte im Team, wie man Meetings gestaltet und last but not least, wie die Rollendefinition des Coaches auch im Hinblick auf agile Organisationen von Wichtigkeit ist.

    Kotrba und Miarka schaffen es auf rund 240 Seiten essentielles über agile Denkweisen und lösungsfokussiertes Coaching heraus zu arbeiten. Sowohl das agile wie lösungsfokussiertes Arbeiten leiten sich aus der Beobachtung von erfolgreichem Verhalten ab. Im Zentrum stehen dabei Werte und Prinzipien, die von den Anwendern selbst gestaltet werden im Zusammenwirken des Coaches, der Teams und der Kunden. Allem voran benötigen die Parteien viel Vertrauen zueinander. Das Team vertraut auf die Methodenkompetenz des Coaches, der Coach und Kunde, dass das agile Team hochqualitative Arbeit leistet. In diesem dynamischen Umfeld der gegenseitigen Beeinflussung erfahren wir, dass Lösungsfokus und Agilität zutiefst systemisch ist. Im agilen Feld arbeitet man ebenso in abgeschlossenen Arbeitseinheiten (sprints) wie im Coaching (einige Stunden). In beiden Ansätzen hat jede Einheit ein eigenes Ziel, das dazu beiträgt, das dahinterliegende große Ziel zu erreichen.
    Kotrba und Miarka beschreiben die möglichen Aufgaben des agilen Coaches u.a.

    • Förderung des agilen Mindsets
    • Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit dem Product Owner
    • Hilfestellung bei Konflikten bieten.
    • Moderieren von Meetings
    • Analysieren und Unterstützen bei der Verbesserung agiler Entwicklungsprozesse
    • Agiles Vorgehen im Unternehmen weiter entwickeln
    • Mentoring
    • Entwickler beim Anwenden von agilen Methoden

    Somit beschreiben die Autoren den agilen Coach als Experten agiler Vorgehensmodelle, deren Komponenten und Wirkungsprinzipien. Dieses Wissen stellt er in den Dienst von Organisationen und Teams, um sie in ihrer Entwicklung hin zu höherer Wirksamkeit und Zufriedenheit nachhaltig zu unterstützen.
    Bei Teams ist es hierzu wichtig, eine gemeinsame Vision zum Produkt und zur Zusammenarbeit zu entwickeln und fest zu halten, in dem Eckpfeiler zum Projekt, dem Sinn der Arbeit und Kooperation, der Vision und Mission, gemeinsame Werte, Prinzipien und Arbeitsvereinbarungen sowie Projektgrenzen und gegenseitige Erwartungen verschriftlicht werden.

    Arbeiten mit Teams und mit agilen Teams im Besonderen, stellt andere Herausforderungen an Coaches, als im Einzelsetting. Dieses Buch stellt ein gebündeltes Rüstzeug zur Verfügung und bietet auch erfahrenen Coaches eine hilfreiche Lektüre.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    13.08.2017

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    • Raoul Schindler
    • Das lebendige Gefüge der Gruppe
    • Ausgewählte Schriften
    • Psychosozial Verlag, Gießen: 2016

    Raoul Schindler der 2014 verstorbene Psychotherapeut und Psychiater, vielen auch bekannt als jener, der die Grundprinzipien der Psychodynamik in der Gruppe beschrieben hat, wird dieses Buch von 7 Herausgebern gewidmet. Das Buch besteht aus 3 Teilen: Der erste enthält eine Biografie Schindlers, dem folgt eine historische Darstellung des sich entwickelnden österreichischen Feldes der Gruppendynamik. Der zweite Teil besteht aus ausgewählten Originaltexten, die in historische Lebensabschnitte angeordnet sind. Somit erfüllt dieses Buch auch einen großen Zweck, Originaltexte zur Rangdynamik wieder zugänglich zu machen, um nicht mehr auf Sekundärliteratur angewiesen zu sein. Der dritte Teil wird durch ein Glossar zentraler Begriffe, einem tabellarischen Lebenslauf und einem Werkverzeichnis abgerundet.
    Ein Fundus für alle mit Gruppen arbeitende.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    18.03.2017

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    • Bohne, Ohler, Schmidt, Trenkle (Hg)
    • Reden reicht nicht!?
    • Bifokal-multisensorische Interventionsstrategien für Therapie und Beratung
    • Carl Auer Verlag: 2016

    Nonverbale Interventionsformen finden immer mehr Einzug in Therapie und Beratung, da man manchmal den Eindruck gewinnt, das Reden allein nicht reicht. In diesem Buch geben neuen Autoren unterschiedliche Perspektiven, Einblicke und Konzepte methodischer Ansätze: Von der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) zu Eye Movement Integration (EMI) , Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ergänzt durch hypnosystemische Ansätze und Ego State Therapie. Wie wichtig jedoch es ist, gerade nonverbale Interventionen entsprechend verbal plausibel einzuführen und adäquat zu rahmen führt uns Gunther Schmidt nochmal am Ende des Buches vor Augen. Aus dem Autopoiesekonzept folgt auch , dass Bedeutung und Wirkung einer Intervention nicht vom Sender sondern ausschließlich vom Empfänger- dem Klienten bestimmt wird. Also benötigt es eine auf den Klienten ausgerichtete Einführung, damit Interventionen solcher Art nicht zur Überforderung, sondern zu hilfreichen Werkzeugen für den Klienten werden können.
    Hilfreich für den Alltag – und lesenswert!

    Lisa Tomaschek-Habrina

    07.03.2017

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    • Eickhorst Andreas, Röhrbein Ansgar (Hg)
    • „Wir freuen uns, dass Sie da sind!“
    • Beratung und Therapie mit Vätern
    • Carl Auer Verlag: 2016

    Obwohl häufig ein anderes Bild von Vätern in der Therapie gezeichnet wird, wollen sich Väter dennoch intensiv für ihre Kinder engagieren. Es gilt Rahmenbedingungen dafür zu schaffen: in den Familien, der Gesellschaft, in den Beratungseinrichtungen sowie in der Politik, dass dies auch gelingt. Dieses Buch stellt einen Fundus praktischer Herangehensweisen dar. Das Buch gliedert sich in 3 große Teile:

    • Vaterschaft heute
    • Grundhaltungen in der Arbeit mit Vätern
    • Interventionen in der Arbeit mit Vätern

    Rund 20 Autoren schreiben von fehlenden Vätern in der Suchthilfe, von Männern und Vätern in der Kita, Väter im Strafvollzug oder Väter von Kindern mit Behinderungen.
    Den beiden Herausgebern gelingt es einen breiten Bogen an Themenfeldern in das Buch mit hineinzunehmen: von empirischen Daten und Studien zu vielen praktischen systemische relevanten Ansätzen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    07.03.2017

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    • Riedelbauch, Laux (Hg)
    • Persönlichkeitscoaching
    • Acht Schritte zur Führungsidentität
    • Beltz Verlag, Weinheim: 2011

    Dieses Buch richtet sich an Coaches, Führungskräfte, Auszubildende und interessierte Leser, die Möglichkeiten der systematischen, praktischen Coachingarbeit zu den Themen, Persönlichkeit, Identität, Selbstdarstellung auf der Basis eines psychologischen Fundaments kennenlernen wollen.
    Viele Menschen beschäftigen die Fragen: „Wer bin ich, wer möchte ich sein, wer könnte ich sein und wie sehen mich die anderen?“ Die Autoren versuchen in 8 Schritten zur Identitätskonstruktion ihr Know how als Persönlichkeitspsychologen für Coaching nutzbar zu machen. Von der Anliegenklärung (Schritt 1) zur Aktivierung realer und möglicher normativer Selbstbilder (Schritt 2+3), zum Schritt 4 der Selbst- und Fremdbildabgleichung und der Klärung von Selbstdarstellungsmustern (Schritt 5), der Klärung von Rahmenbedingungen (Schritt 6), der Ressourcenerweiterung (Schritt 7) bis schließlich einer Etablierung einer individuellen Führungsidentität (Schritt 8).
    Der Einsatz erlebnisaktivierender Methoden in Beratung und Coaching wird auch in diesem Buch wieder sehr deutlich gemacht. Vom inneren Team über das Doppeln, der 6 Hüte von de Bono bis hin zum Rollenwechsel werden unterschiedliche Methoden erläutert . In kurzen Projektbeschreibungen werden Vorgehensweisen des Persönlichkeitscoachings der Autoren für den besseren Praxistransfer skizziert.

    Im Ganzen gesehen ein sehr brauchbares Buch.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    31.12.2016

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    • Daniel Bindernagel, Eckard Krüger, Tielman Rentel, Peter Winkler (Hg)
    • Schlüsselworte
    • Idiolektische Gesprächsführung in Therapie, Beratung und Coaching
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2013, 2. Auflage

    Idiolektik, die Lehre von der Eigensprache des Menschen folgt zwei zentralen Prinzipien: 1) Jedes Lebewesen ist einzigartig und 2) jedes Lebewesen hat für sein Verhalten Gründe (gute Gründe). Jeder Mensch hat seine einzigartige Weise, sich auszudrücken, die niemand nachahmen kann. Die Eigensprache ist quasi sein verbaler wie nonverbaler Fingerabdruck. Die Bedeutung, die von der Person kommt, gibt uns den Zugang zur Eigensprache. Mit Hilfe der Idiolektik, die erstmals von A.D. Jonas in den 80er Jahren beschrieben worden ist, kann man in Beratung, Coaching und Therapie äußerst eingestimmte, hilfreiche Gespräche führen.
    Der ganze Körper reagiert auf seelische Probleme, ohne dass wir es wissen. Im Volksmund wird dies schon lange versprachlicht: „Mir liegt das wie ein Stein im Magen.“ „Ich nehme mir das so zu Herzen.“ „Ich ertrage es nicht mehr.“ „Das geht mir unter die Haut.“ „Ich kann das nicht mehr schlucken.“ Alltägliche Redewendungen beinhalten so neurophysiologische Konzepte. Wenn wir das in beratenden Gesprächen wahrnehmen und in einer wertschätzenden Art und Weise darauf Bezug nehmen oder erfragen, kann jede Störung als kompetente Lösungsstrategie verstanden werden, wie dies in vielen systemischen und hypnotherapeutischen Ansätzen ja bereits angewandt wird.
    Kurze Gesprächsbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten werden verständlich skizziert, anregend geschildert, sowie mit neurowissenschaftliche Grundlagen aufbereitet. Für jeden Berater, Coach oder Psychotherapeuten eine Bestätigung dessen, was wir tagtäglich tun, und wie wir noch mehr unser Sinne für die Idiolektik (jetzt hat das Kind einen Namen) zu schärfen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    27.08.2016

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    • Theodor Itten, Ron Roberts
    • Politik der Erfahrung
    • Psychosozial Verlag, Gießen: 2016

    In diesem Buch versuchen die Autoren zu untersuchen, wie es zur heimlichen Politisierung der Erfahrung und dem Verkauf von Wissen an den Meistbietenden gekommen ist. Was hilft Menschen innerhalb und außerhalb der Psychotherapie, sich selbst zu helfen und zu einer kontinuierlichen Praxis der Selbstfürsorge zu finden? Welche tiefen Gräben gibt es zwischen der universitären Psychologie und der praxisnahen Psychotherapie? In 12 Kapiteln widmen sie sich unterschiedlichen Topics, um das Wechselspiel von Praxis, Theorie und tagtäglicher Erfahrung kritisch zu beleuchten. In den ersten Kapiteln reflektieren sie ihre eigenen Ursprünge und Sichtweisen sowie Grundannahmen, von denen sich die Disziplinen der Psychologie und der Psychotherapie leiten lassen. Was tun wir in der Psychotherapie? Als Psychotherapeut gibt man PatientInnen die Freiheit, sie selbst zu sein und ihre inneren Sehnsüchte, Phantasien und Wünsche zum Ausdruck zu bringen, um die zu werden, die sie sind. Zu den Zielen einer Therapie gehört, dass man aufhört, sich für die Person, die man ist, zu schämen. Im Kapitel 5 widmen sie sich dem therapeutischen Mitgefühl um sich im Kap. 9 mit der Politik der Wahrhaftigkeit in der Psychotherapie zu beschäftigen. Für alle die im psychotherapeutischen Feld arbeiten eine kritische und außergewöhnliche Perspektive auf die Frage, wie man in der neoliberalen Wirklichkeit des Heute psychotherapeutisch praktizieren kann.
    Lesenswert!

    Lisa Tomaschek-Habrina

    14.08.2016

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    • Sommer, Kuhn, Milletat, Blaschka, Redetzky
    • Resilienz am Arbeitsplatz
    • Mabuse Verlag, Frankfurt: 2014

    Resilienzentwicklung ist ein langfristiger Prozess, der sich in den Herausforderungen des täglichen Lebens entfaltet und verwirklicht. Die in diesem Buch vorgestellten Trainingsempfehlungen sind Hilfen zur Selbsthilfe, um diesen Prozess auf den Weg zu bringen und zu begleiten. Resilienzentwicklung bedeutet auch Verhaltensänderung, um die eigenen Ressourcen und die psychische Gesundheit besonders gut schützen zu können. Einige Menschen sind zwar sehr beansprucht, und trotzdem wirft sie scheinbar nichts aus der Bahn. Sie strahlen Gelassenheit und Optimismus aus und vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten. Was hält uns gesund und nicht was macht uns krank ist das was die Resilienzforschung seit Emmy Werner in den 50er Jahren beschäftigt.
    Im ersten Teil des Buches wird die Resilienzforschung beschrieben. In Teil 2 und 3 des Buches gibt es praktische Hinweise von Denk- und Handlungsanstößen zur Entwicklung ungenutzter Resilienzpotentiale. In Teil 4 werden die Führungskräfte beleuchtet und Unterstützungsmodelle für Unternehmen vorgestellt, wie z.B. den Resilienzbarometer.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.07.2016

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    • Rosmarie Welter-Enderlin
    • Resilienz und Krisenkompetenz
    • Kommentierte Fallgeschichten
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2015, 2. Auflage

    Die leider schon verstorbene Welter-Enderlin schildert in Fallgeschichten kritische Lebensereignisse, und wie Menschen diese überwunden haben. Ob es sich um einen plötzlichen Unfalltod, oder eine Krebserkrankung handelt, frühere Traumatisierungen oder schwierige Familiengeschichten. Welter-Enderlin zeigt uns 11 Geschichten, die trotz ihrer Erfahrungen Wege fanden, diesen Krisen zu begegnen: gedeihen trotz widriger Umständen. Sie zeigt ebenso, was wirksam war, bei der Bewältigung und gibt uns am Ende eine Art kleinen Leitfaden für die Hilfestellung durch BeraterInnen und einen Leitfaden für Betroffene.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    16.07.2016

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    • Matthias Lauterbach
    • Einführung in das systemische Gesundheitscoaching
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2013

    Gesundheit und Gesunderhaltung sind Anliegen im Gesundheitscoaching. In diesem kleinen Büchlein werden Theorie, Methodik und Themenfelder kurz und griffig dargestellt. Von der Haltung bis zur Prozessgestaltung, dem Stresserleben und der Gesundheit im Unternehmen reichen die Themen, die Lauterbach beleuchtet. Gesundheitscoaching platziert Lauterbach ganz bewusst zwischen individueller Gesunderhaltung und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Es stellt das Missing Link dar, das die Gesundheitsorientierung des einzelnen Menschen und die Gesundheitsförderung von Unternehmen und Organisationen verbindet.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    17.03.2016

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    • Ruth Seliger
    • Einführung in Großgruppen-Methode
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2015, 3. Auflage

    Ruth Seliger gibt mit diesem kleinen Büchlein nicht nur einen guten Überblick über bewährte Großgruppen-Methoden wie Open Space, Zukunftskonferenzen oder Real Time Strategic Change-Konferenzen, sondern bereichert es auch mit ihrem großen Erfahrungsschatz v.a. bei Veränderungsprozessen sei es in Groß- oder Kleinunternehmen, Non-Profit-Organisationen oder öffentlichen Einrichtungen, indem sie einen systemtheoretischen Bezug eröffnet, über Prinzipien Methoden von Großgruppenarbeit berichtet, welche Formen und Schwerpunkte einzelne Methoden aufweisen sowie Merkmale aufzeigt, worauf es bei der Planung und Durchführung von Großgruppenkonferenzen ankommt. Für all jene die damit beginnen wollen als auch für jene erfolgreichen Anwender, die ein Nachschlagwerk suchen äußerst brauchbar.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    17.03.2016

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    • Gerald Hüther
    • Etwas mehr Hirn bitte
    • Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen: 2015

    Hüther beschreibt hier, dass unser Gehirn sein Potential in Netzwerken mit anderen entfalten kann. Gemeinsam verfügen wir über deutlich mehr Hirn als allein – so lässt sie der Titel programmatisch verstehen. Das Buch gliedert sich in 3 Teile. Der erste Teil befasst sich mit der Frage, wo unsere Erkenntnis und die daraus abgeleiteten Vorstellungen eigentlich herkommen. Der zweite Teil mit dem, was hat uns so werden lassen oder gar zu dem gemacht, was wir sind. Und im dritten Teil leitet Hüther aus den vorangegangenen Erkenntnissen ab, dass es auch anders geht. Wir können anders miteinander umgehen. Statt uns gegenseitig zu Objekten unserer Bewertungen, Absichten und Maßnahmen zu machen, könnten wir einander auch einladen, ermutigen und inspirieren, unsere Lust am eigenen Denken und unsere Freude am gemeinsamen Gestalten wiederzuentdecken. Nur so kann es, der Ansicht Hüthers gelingen, die in jedem Einzelnen und in jeder menschlichen Gemeinschaft angelegten Potentiale zur Entfaltung zu bringen.
    Hüther versteht es neurobiologische Prozesse verständlich mit handlungsleitenden Anregungen zu verknüpfen, die alltagstauglich sind.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.01.2016

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    • Michael B. Buchholz (Hrg)
    • Die Macht der Metapher in Psyche und Kultur
    • Interdisziplinäre Perspektiven
    • Psychosozial Verlag, Gießen: 2015

    Unsere gesamte Kommunikation ist durchzogen von Sprachbildern. Das Buch zeigt auf, wie Probleme oft nur mithilfe von Sprachbildern zum Ausdruck kommen, wie sie bewusstes und unbewusstes Erleben organisieren und in der Psychotherapie neue Wege des Verständnisses erschließen können. Die moderne Metapherntheorie kann auch nicht auf soziale und neuronale Grundlegung verzichten. „Neurons that fire together wire together“ Verschiedene Typen neuronaler Kreisläufe entstehen und bilden höhere Level der Informationsverarbeitung und die Ausbildung von konzeptuellen Metaphern wird als Teil des kognitiven Unbewussten gesehen. Die moderne Theorie der Methapher, wie sie skizzenhaft in Buchholz Buch wiedergegeben wird, eignet sich gut für die Untersuchung von therapeutischen Dialogen. Da mithilfe von Metaphern nur einzelne Aspekte (Lakoff & Johnson 2007) eines Zusammenhangs ins Blickfeld geholt werden, erzeugen sie im Moment ihrer Anwendung Sinn und reduzieren dadurch Komplexität, dadurch werden sie der Komplexität jedoch nie ganz gerecht, da sie im hohen Maß perspektivisch sind. Eine Bedingung für erfolgreiches Handeln im Alltag scheint die zu sein, dass man permanent mit Metaphern jongliert. Metaphern helfen auch, Gefühle zu konzeptualisieren und zu regulieren, und sie bilden eine Möglichkeit, den anderen sinnhaft zu verstehen. Wir kochen vor Wut oder sind niedergeschlagen. Mentale Zustände werden mithilfe von sensomotorischen Erfahrungen mentalisiert. Mentalisierunge bezeichnet also die Fähigkeit des Menschen sich mentale Zustände im eigenen Selbst und in anderen vorzustellen, eigene mentale Zustände zu regulieren und Verhalten sinnhaft erklären zu können. (Fonagy et al 2002). All dies hat die Funktion, die Realität zu verarbeiten und zu bewältigen, indem sie eine psychologische Distanzierung ermöglicht. Patienten Metaphern für sein Empfinden anzubieten, oder Metaphern, die der Klient verwendet aufzugreifen und weiterzutreiben, kann als Bestandteil kontigenter und markierter Affektspiegelung betrachtet werden. Psychotherapie hat die Aufgabe bei der Konzeptualisierung mentaler Zustände behilflich zu sein. Metaphern sind eine Mittel, psychotherapeutisch zu intervenieren und sie können dadurch den Aufbau sekundärer Affektrepräsentanzen anstoßen.
    Hilfreich für PraktikerInnen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    05.01.2016

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    • Gratz, Röthel, Sattler-Zisser
    • Gesundes Führen
    • Mitarbeitergespräche zur Erhaltung von Leistungsfähigkeit und Gesundheit in Unternehmen
    • Linde, Wien: 2014

    Das Autorentrio legt in diesem Buch dar, dass ein enger Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitszufriedenheit besteht. Dabei versuchen sie Prinzipien was sie unter gesunder Führung verstehen zu vermitteln, zur Selbstbeobachtung und Selbstreflexion anzuregen und unterschiedliche Gesprächsformen anzubieten. Dass im Kapitel 4.3.4. beschriebene Schema zur Auswahl des Gesprächstypus soll die Führungskraft darin unterstützen, welcher Zugang für den jeweiligen Mitarbeiter dienlich ist. Auf den ersten Blick als Überblick sicherlich hilfreich, zur Ersteinschätzung der Lage. Zur Auswahl gibt es das Anerkennungsgespräch, das Regulierungs-, Stabilisierungs-, Förder-, und Arbeitsbebewältigungsgespräch. Der zweite Blick aus der Praxis gesprochen jedoch verrät Mischformen der Typen als sinnvollere Einteilung. Das Autorentrio hat auf 200 Seiten kompakt, nicht immer übersichtlich (aufgrund des kleinen Format) aber praxisrelevante, gut verständliche Überlegungen für Führungskräfte zum Thema Gesundes Führen zusammengestellt.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.11.2015

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    • Joachim Bauer
    • Arbeit
    • Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht
    • Blessing: München : 2013

    Joachim Bauer analysiert unsere Arbeitswelt und zeigt auch Lösungswege. Nicht der Mensch ist der Arbeit, die Arbeit dem Menschen anzupassen. Wie kann Arbeit glücklich machen? Rapide Zunahme von Burnout und Stresserkrankungen in die Erschöpfungsgesellschaft ist zu verzeichnen, ein Default Mode Network – ein Unruhe-Stress System. Schaffen wir die Arbeit oder schafft sie uns?
    Bauer beschreibt auch das Burnout Phänomen, dass nicht erst seit Freudenberger in den 70er Jahren, sondern bereites durch Kurt Lewin in den 20er Jahren als psychische Sättigung beschrieben wird. Ein Konflikt zwischen Pflichtgefühl und Nicht mehr Können. Bauer räumt auch mit dem immer wieder kolpotierten Irrtum auf, Depression sei mit Burnout gleichzusetzen. Arbeitsstress führt mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Burnout Syndrom. Ein Burnout Syndrom bedeutet nicht notwendigerweise Depression. Das Burnout Syndrom kann eine Durchgangsstation vom Arbeitsstress zur Depression sein.
    Bauer versteht es wie in all seinen Büchern komplexe Materien unaufgeregt und dennoch umfassend und v.a. verständlich zu beleuchten.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    04.01.2015

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    • Peter M. Wehmeier
    • Erfolg ist, wenn es mir gut geht!
    • Burnout vermeiden durch Selbstmangement
    • Vandenhoeck&Ruprecht: Göttingen : 2013

    Wehmeiers Selbstmanagement-Konzept beruht auf fünf Grundvorgängen, die er in seinen Führungsseminaren entwickelt habe. Aneignung oder Erkenntnis, Beziehung, Planung, Entscheidung und Handlung. Er meint, um Burnout zu vermeiden, müssten wir uns mit diesen 5 Grundvorgängen unseres Lebens auseinandersetzen. So schreibt er: Veränderungen kommen nicht durch eine Veränderung der Haltung zustande, sondern durch Verhaltensänderung! Veränderung kann nur durch beides zustande kommen: zunächst durch Veränderung der Haltung (Denken, Einschätzen), in Folge durch Änderung des Verhaltens (das konkrete Tun) und sie beeinflussen einander gegenseitig- dies ist mittlerweile auch neurobiologisch bestätigt. Interessanterweise beschreibt er dies genau so im Kapitel Aneignung als komplexen Prozess der Wahrnehmungsvorgänge in Form der bekannten Assimilation und Akkommodation. Selbstmanagement bedeutet auch immer Gestaltung von Veränderung. Wehmeier`s Buch bringt einiges Brauchbares und vieles bereits Bekanntes. Ich nehme den Autor beim Wort : Nehmen Sie Dinge nicht übermäßig ernst. Tragen Sie Enttäuschungen nicht mit Fassung, sondern mit Humor.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    04.01.2015

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    • Monika Gruhl
    • Resilienz für Lehrerinnen und Lehrer
    • Kraft für die Schule und für mich
    • Kreuz : Freiburg : 2014

    Als Trainerin und Mitbegründerin des Resilienzzentrums hat Gruhl Interventionen Übungen und Anregungen entwickelt um Lebenskräfte und –fähigkeiten bei Erwachsenen insbesondere bei LehrerInnen zu fördern und zu erweitern. Gruhl beschreibt Belastungsfaktoren für Lehrende anhand von Fallbeispielen und Schlüsselkompetenzen für Lehrende um ihre Resilienz zu trainieren. Ein kleines feines Buch, sicherlich kein großer Wurf, und dennoch ein guter Anfang für Lehrende.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    03.01.2015

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    • Norman Schmid
    • Nicht immer denken
    • Die Kraft von Achtsamkeit, Stille und Konzentration
    • Maudrich : Wien: 2014

    Achtsamkeitsmeditation, kognitive Umstrukturierung negativer Gedankenmuster, Neurofeedback all dies wird einfach und verständlich, praxisnahe erläutert. Übungen für den Alltag der Achtsamkeit werden von Schmid brauchbar beschrieben.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    03.01.2015

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    • Reschke, Schröder
    • Optimistisch den Stress meistern
    • Ein Programm für Gesundheitsförderung, Therapie und Rehabilitation
    • dgvt : Tübingen: 2010

    Das Stressprogramm hat den Anspruch vor allem ein adaptives, individualisierbares Programm zu sein, das Anforderungen und Belastungen der modernen Arbeitswelt berücksichtigt und dabei Methodenelemente anderer Stressprogramme zu integrieren.
    Herausgekommen ist eine Sammlung von brauch- und weniger brauchbaren Übungen zur Stressanalyse, Entspannungstechniken, Ressourcenstärkung, und Erhöhung der Bewältigungskompetenzen einsetzbar im Einzel- als auch Gruppensetting. Profis finden viel Bekanntes wieder und Beginners eine gute Struktur für den Anfang und die Anwendung.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    03.01.2015

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    • Bernhard Trenkle
    • Dazu fällt mir eine Geschichte ein
    • Direkt-indirekte Botschaften für Therapie, Beratung und über den Gartenzaun
    • Carl-Auer Verlag: Heideberg: 2014

    Geschichten, Bilder, Metaphern, Gleichnisse sind in der Therapie im Coaching oder anderen Settings hilfreiche Möglichkeiten, um aus Sackgassen kreative Wege zu lukrieren. Trenkle ist eine Meister des Seedings, jener Ericksonschen Technik, den Klienten auf eine Veränderung oder eine Intervention vorzubereiten.
    Eingebettet in kleine Fallvignetten aus seiner Praxis werden vielfältige Einsatzmöglichkeiten rasch deutlich.
    Sehr brauchbar.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    31.12.2014

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    • Dagmar Kumbier
    • Das Innere Team in der Psychotherapie
    • Methoden und Praxisbuch
    • Klett-Cotta, Stuttgart: 2013

    Viele therapeutische Ansätze arbeiten mit unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen. Die Art wie diese innerpsychische Vielstimmigkeit verstanden und wie damit gearbeitet wird, unterscheidet sich jedoch beträchtlich. Kumbier fühlt sich Schulz von Thun verpflichtet zeigt jedoch auch Möglichkeiten des psychodramatischen, gestalttherapeutisch und systemischen Arbeitens mit dem inneren Team. Ihr Bezugsrahmen ist im Wesentliche der einer ambulanten Praxis mit KlientInnen mit Depressionen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen, Traumafolgeerkrankungen u.a. Wie der Mensch in seinem inneren Orchester wieder Regie führen lernen kann, zeigt die Autorin anhand von praxisnahen Fallbeispielen, die sehr eindrücklich vermitteln, wie hilfreich die Arbeit mit dem inneren Team sein kann. Es kann schwierige und komplexe Themen auf einen leicht zu verstehenden Nenner bringen und die Methoden wirken spielerisch. Dabei kann jedoch aus dem Blick geraten, dass dies hoch potente therapeutische Instrumente sind, die schenll in eine große Tiefe führen, die dann auch bewältigt werden will

    Lisa Tomaschek-Habrina

    30.09.2014

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    • Peter Nemetschek
    • Milton Erickson lebt!
    • Eine persönliche Begegnung
    • Klett-Cotta, Stuttgart: 2011

    Peter Nemetschek hat Milton Erickson 1979 in Arizona bei einem Seminar persönlich kennenlernen dürfen. 30 Jahre nach dieser Begegnung findet der Autor die Zeit, die Fotos, Transkripte und Erfahrungen dieser Begegnung zu Papier zu bringen. Nemetschek gibt uns einen Einblick in das Wirken des kreativen Psychotherapeuten, wie die Begegnung zustande kam, aufgrund eines eindrucksvollen Briefes, wie einfach und bescheiden Erickson lebte, und wie beeindruckend er in Seminaren die Erfahrungswelt der Teilnehmenden bereicherte.
    Lesenswert!

    Lisa Tomaschek-Habrina

    30.09.2014

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    • Gerald Musger (Hrsg)
    • Gesund, sozial und nachhaltig managen
    • Handbuch für verantwortungsvolle Führungskräfte
    • OGB Verlag, Wien: 2013

    Die Interessensgemeinschaft work@professional der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier hat sich hier auf Fragen der verantwortlichen MA-Führung konzentriert. Das vorliegende Handbuch zeigt in Modulen zu einzelnen Aspekten der Führungsarbeit wie z.B., Burnout, Mobbing, Fürsorgepflicht aber auch MitarbeiterInnengespräch oder Datenschutz, die Vielfalt und Verantwortung von Führung und den Wandel im letzten Jahrzehnt.
    Grundsätzlich ein prägnantes, leicht lesbares und brauchbares Buch, auch wenn manchmal der berufliche Hintergrund und persönliche Zugang der AutorInnen zum Thema mancherorts zu viel hervorblitzt. So leider passiert beim Herausgeber selbst im Kapitel Coaching und Supervision: dies liest sich leider wie eine Werbeeinschaltung des ÖVS. Gerade wenn man von Coaching für Führungskräften spricht, darf der ACC (österreichischer Dachverband für Coaching) nicht unerwähnt bleiben.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    08.07.2014

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    • Manfred Vogt & Heinrich Dreesen (Hrsg)
    • Rituale, Externalisieren und Lösungen
    • Interventionen in der Kurzzeittherapie
    • Borgmann, Dortmund: 2008

    Das gemeinsame Gestalten und Anwenden von Ritualen bietet viele Möglichkeiten sinnlich, farbenfroh und kreativ die therapeutische Praxis lebendiger zu gestalten. Die Autoren zeigen anhand von Behandlungsansätzen bei Essstörungen, Sucht, im Umgang mit Trauer und Tod, sowie Rituale zur persönlichen Gesundheitsvorsorge, welche Funktionen Rituale übernehmen können:

    • Kontinuität und Gemeinsamkeit zu fördern
    • Schutz und Kraft zu geben
    • Soziale und psychische Übergangsprozesse zu strukturieren
    • Heilung zu bewirken

    Juchmann beschreibt bei essgestörten KlientInnen, wie sie im Kontext einer therapeutischen Wohngruppe systemisch-lösungsorientierte Einzugs- und Auszugsrituale gestaltet. Beyerbach zeigt bei Magersüchtigen wie die Externalisierung nach Michael White den Freiraum zwischen der Person und ihrem Problem schafft. Die anorektische Seite wird nur noch ein Teil der Person, man kann mit ihr in Beziehung treten, mit ihr kommunizieren und sie gegebenenfalls sogar entkräften.

    Gerber Eggimann zeigt, wie sie mit spiel- und kunstorientierter Dezentrierung KlientInnen aus dem Problemraum hinausführt und Distanz zwischen Person und Problem schaffen kann. In ihrem Beispiel verführt sie den Klienten mit bunten Pfeifenputzern in eine alternative Realität, damit er dort Ausprobieren, und Geschehen-lassen kann, was im Moment der Prozess hergibt. Durch das Hinaustreten aus dem Problemraum, wird der Klient wieder handlungsfähig und steht nicht mehr unter dem Druck, der dazu geführt hat, dass er seine Situation nicht mehr bewältigen konnte.

    Eine sehr brauchbare Sammlung von Handlungsfeldern und Beispielen, die Praktikern ein kurzweiliges Nachschlagewerk bescheren.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    08.07.2014

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    • Jürgen Tempel/ Juhani Ilmarinen/ Giesert Marianne
    • Arbeitsleben 2025
    • VSA Verlag Hamburg: 2013

    Die Arbeitsanforderungen werden sich in den nächsten Jahren massiv verändern alleine durch die demographische Entwicklung. Dazu braucht es eine Demografiestrategie, eine Fachkräfte-Offensive und nicht zuletzt eine Initiative Neue Qualität der Arbeit – so der Bundesminister für Arbeits und Soziales in Deutschland – Hans-Joachim Fuchtel. In diesem Buch wird das Haus der Arbeitsfähigkeit vorgestellt. Im zweiten Teil wird an Beispielen betrieblicher die Praxisanwendung aufgezeigt. Im dritten Teil wird die Entwicklung vom betrieblichen Gesundheitsmanagement zum betrieblichen Arbeitsfähigkeitsmanagement beschrieben. Gute Tabellen und aufbereitetes Zahlenmaterial.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    05.01.2014

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    • White/Epstone
    • Die Zähmung der Monster
    • Der narrative Ansatz in der Familientherapie
    • Carl Auer, Wien: 2013, 7. Auflage

    Das Standardwerk von Michael White und David Epstone über die Externalisierung und narrativen Methoden in der Familientherapie, zeigt uns unverblümt wie sich unser Leben in Erzählungen und Geschichten gestaltet. Die Bedeutung und Nutzung von schriftlichem Material, insbesondere von Briefen im therapeutischen Prozess wird v.a. im zweiten Teil eindrucksvoll durch Fallbeispiele belegt. Hier finden wir selbstverfasste Diplome für Spezialwissen, Unabhängigkeitserklärungen von Problemen, Urkunden zur Befreiung von Schuld oder Beherrschung von Wutausbrüchen sowie Diplome zur Angstbändigung. Beeindruckend v.a. die Briefe, die Epstein und White immer wieder nach Sitzungen ihren KlientInnen nachsenden. Sie betrachten die Analogie der Therapie als einen Prozess, in dem der Betroffene sein Leben und seine Erfahrungen „erzählt“ und/oder „neu erzählt“. Die Briefe, Zertifikate und andere schriftliche Dokumente tragen auf sehr konkrete Weise dazu bei, zugleich neue, möglicherweise befreiende Erzählungen zu verfassen.
    Die Methode der Externalisierung von Problemen durch deren Personifizierung, damit man mit „ihr“ – z.B. der Magersucht ins Gespräch kommen kann, ist eine hilfreiche Methode, eine Beziehung zu seinem Problem herzustellen. Nicht nur das Problem hat Einfluss auf das Leben des Menschen, sondern auch der Mensch hat Einfluss auf das Leben des Problems, in diesem Fall – Einfluss auf die Magersucht. Viele Betroffene erleben sich hilflos, ohnmächtig, die Magersucht überkommt sie. Durch die Externalisierung können sie eine Beziehung, einen inneren Dialog zu ihrem Problem entwickeln, wo sie wieder Gestaltungsmöglichkeiten ihres eigenen Lebens erhalten. Nicht es gestaltet sie, sie gestalten selbst.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    29.12.2013

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    • Ch. Bauer/ Th. Hegemann
    • Ich schaffs! – Cool ans Ziel
    • Das lösungsorientierte Programm für die Arbeit mit Jugendlichen
    • Carl Auer: Heidelberg: 2012, 3. Auflage

    Ben Furmann hat mit Tapani Ahola die der Idee dieses Buchs zugrunde liegenden Konzept seit 20 Jahren in Finnland entwickelt und immer weiter ausgebaut. Bauer und Hegemann haben zu den Schritten von Ich schaffs! ein großes Metheodenrepertoire entwickelt, dass speziell auf die Altersgruppe von 13-17 Jahren zugeschnitten ist. Herzstück dieses Buches sind zahlreiche Praxisbeispiele, die nicht nur die 15 Schritte anschaulich machen, sondern auch das breite Anwendungsfeld.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    25.10.2013

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    • Jan Belckwedel
    • Systemische Therapie in Aktion
    • Kreative Methoden in der Arbeit mit Familien und Paaren
    • Vandenhoeck & Ruprecht Verlag: 2011, 3. Auflage

    Aktionsmethoden in der Arbeit mit Gruppen und in Fortbildungen sind seit langem anerkannt und Ergebnisse aus der Neurobiologie liefern gute Argumente für den Einsatz erlebnisintensiver Methoden.
    Doch in der Praxis überfällt so manche Therapeuten eine Art Lähmung.
    Bleckwedel weist auf den verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Techniken hin, um das fachliche und ethische Wissen und gleichzeitig betont er, dass er nicht an die Wirksamkeit von Methoden, sondern von der Wirksamkeit von Therapeuten glaubt, die Begegnung angemessen gestalten und Methoden passend einsetzen.

    Systemische Therapie in Aktion bedient sich häufig psychodramatischer Methoden, deshalb ist ein großes Kapitel genau diesen Grundlagen des Inszenierens gewidmet mit Beispielen und Vorgehensweisen. Systemische Interventionen wie aktivierte Rangfolgen, Skalierungen, Aufstellungen, Entwicklungslinien etc. werden ebenso beleuchtet, kurz und brauchbar beschrieben.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    26.07.2012

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Burnout, Stressmanagement, Resilienz
    • Karin Johanna Zienert-Eilts
    • Destruktive Gruppenprozesse
    • Psychosozial-Verlag, Gießen: 2017

    Wo immer sich Gruppen zusammenfinden, sei es aus freien Stücken oder notgedrungen, in Organisationen oder in freien privaten Zusammenschlüssen – früher oder später kommt es unausweichlich zu Konflikten. Durchbrüche aggressiver Affekte, destruktive Entgleisungen und Polarisierungsvorgänge in Gruppenprozessen bis hin zu Spaltungen begegnen uns gegenwärtig häufig. Stets sind die Auswirkungen solcher Gruppenkonflikte tendenziell oder tatsächlich zerstörerisch. Wie aber entstehen Konflikte in Gruppen. Die Autorin nähert sich diesem Thema auf mehreren Ebenen:
    Aus einer historischen Perspektive am Beispiel der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung. Die Autorin arbeitet Parameter für das Scheitern oder Gelingen von Konfliktbewältigungsmodellen ebenso heraus wie Verbindungslinien zu aktuellen Problemstellungen. Geradezu akribisch dokumentiert die Autorin diese Konflikte, was v.a. für psychoanalytisch Interessierte von Bedeutung ist.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    06.03.2018

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    • Wyl, Tschuschke, Crameri, Lutz, Schulthess (Hg)
    • Was wirkt in der Psychotherapie?
    • Ergebnisse der Praxisstudie ambulante Psychotherapie zu 10 unterschiedlichen Verfahren.
    • Psychosozial Verlag, Gießen: 2016

    Vorliegendes Buch beschreibt die Praxisstudie ambulante Psychotherapie Schweiz (PAP-S) in Kooperation mit dem Klinikum der Uni Köln und dem Departement Angewandte Psychologie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Zürich, die im Zeitraum 2007 bis 2012 realisiert wurde.  Tschuschke und Koemeda-Lutz sowie Schlegel beschreiben in Kapitel 5 das eigens für die PAP-S Studie entwickelte Rating-Manual, das PAP-S-RM zur Analyse der therapeutischen Interventionen in Psychotherapien. Dabei umfasst das Rating Manual 100 therapeutische Interventionstechniken, die vermutlich in allen psychotherapeutischen Behandlungsformen zur Anwendung gelangen. Untersucht wurden 262 Sitzungen von 81 PatientInenn und 30 Therapeuten aus acht verschiedenen Methoden.

    Koemeda-Lutz untersuchte auch Therapieprozesse mit der Beobachtung, dass mit zunehmender beruflichen Erfahrung der Therapeuten das Ausmaß methodenspezifischer Interventionen abnahm. Vielmehr entwickelte jeder Behandler einen eigenen therapeutischen Stil. Tschuschke fokussiert in einem Kapitel speziell die therapeutische Beziehung, die beeinflusst wird durch die Schwere der Belastung der PatientInnen zu Beginn der Behandlung sowie durch die Chronizität der Störung.

    Die Ergebnisqualität der beteiligten Psychotherapien wird von Crameri beschrieben, wobei die Wirksamkeit der untersuchten humanistischen und tiefenpsychologischen Behandlungen im gleichen Spektrum wie die von kognitiv-behavioralen lagen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    18.03.2017

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    • Heinrichs, Stächele, Domes
    • Stress und Stressbewältigung
    • Hogrefe Verlag, Göttingen: 2015

    Stress ist mittlerweile gesellschaftlich akzeptierte Last der neoliberalen Gesellschaft, wer keinen Stress hat, der kann ja wohl nichts leisten. Das Anliegen des Buches ist, Stress in seiner diagnostischen und therapeutischen Relevanz zu erschließen. Der Fokus liegt auf das Gesamtverständnis der zugrunde liegenden biopsychosozialen Zusammenhänge Ein weiterer Fokus auf verschiedene Instrumente des Stressmanagements. Für Profis nichts Neues, jedoch gut zusammengefasst und übersichtlich gestaltet. Für Interessierte ein guter Einstieg mit profunden Darstellungen in ansehnlicher Länge von 100 Seiten.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.07.2016

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    • Dieter Funke
    • Idealität als Krankheit
    • Über die Ambivalenz von Idealen in der postreligiösen Gesellschaft
    • Psychosozial Verlag, Gießen: 2016

    Funke untersucht die unsere Gesellschaft zugrunde liegenden Ideale und stellt einen Zusammenhang zu Krankheiten wie Depression und Persönlichkeitsstörungen her. Er beschreibt das Ich-Ideal als Folge fehlender Bindung, Resonanz und Anerkennung. Er zeigt den Onlinemodus als metaphysische Nabelschnur, die digitale Abhängigkeit als Abschaffung der Autonomie und die Beschleunigung als apokalyptisches Ende der Zeit. Funke begegnet der Frage, ob neoliberale Optimierungsstrategien krank machen. Seit sich unsere Gesellschaft dem Wachstums-, Effizienz- und Optimierungsprinzip unterworfen hat, erzeugt sie im Einzelnen permanent das Gefühl, nicht genug erreicht zu haben. Weil es im Selbstkonzept des Neoliberalismus nur Gewinner gibt, erzeugt die Ausbildung ihrer Schattenseite ständig Verlierer. Funke versucht aus psychoanalytischer Sicht ein Modell heilsamer Idealbildung zu zeichnen. Ein guter Reflexionsrahmen für alle in Beratung und Therapie Tätige.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    17.07.2016

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    • Sylvia Kéré Wellensiek
    • Handbuch Resilienz-Training
    • Widerstandskraft und Flexibilität für Unternehmen und Mitarbeiter
    • Beltz Verlag, Weinheim: 2011

    Dieses Buch kann zum einen zum Selbstcoaching verwendet werden, zum anderen als inspirierendes Methoden- und Übungsbuch, um Einzelpersonen Gruppen und Organisationen in fundierten Entwicklungsprozessen zu unterstützen. Die Inhalte richten sich an Coaches, Trainer, Berater, Personaler, GF, Führungskräfte und Menschen aus den Gesundheitsberufen. Resilienz wird hier erklärt, Selbststeuerungsmechanismen beschrieben, organisationelle Resilienz reflektiert und Teamtrainings beschrieben.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    17.07.2016

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    • Hans-Christian Kossak
    • Prüfungsangst aus sieben Perspektiven
    • Carl Auer Verlag, Heidelberg: 2015

    Das Konzept des kleinen, handlichen Büchleins ist darauf ausgerichtet, besonders Beratungslehrern Methoden an die Hand zu geben, mit denen diese ihre ratsuchenden Schüler bei bevorstehenden Prüfungen oder sogar bei Prüfungsängsten unterstützen und sie darin stabilisieren können, ihre Leistungen unbeeinträchtigt von Stress oder Angst voll zu erbringen. Eine Zusammenstellung von effektiv wirkenden Beratungsmethoden und Erklärungsmodellen für den Alltag in der Schulpraxis ist hier zu finden. In kleinen grauen Lernkästen werden Hinweise, Tipps und Tricks hervorgehoben. Brauchbar

    Lisa Tomaschek-Habrina

    16.07.2016

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    • Jürgen Zulley, Barbara Knab
    • Unsere innere Uhr
    • Natürliche Rhythmen nutzen und der Non-Stop Belastung entgehen
    • Mabuse Verlag, Frankfurt: 2014, 2. Auflage

    Menschen haben eine innere Uhr. Ob Nachtschichten oder Zeitzonenflüge, durchgemachte Samstagnächte oder der Beginn der Sommerzeit: alles belastet die innere Uhr, und das hat nicht selten Folgen. Je großzügiger wir unsere biologische Ausstattung ignorieren, umso höher steigt der Preis dafür. Die Autoren berichten über chronobiologische Grundlagen wie ultra- und zirkadiane Rhythmen und ihre Störungen, sowie eine Vielzahl körperlicher und psychischer Vorgänge – vom Blutdruck bis zur Schmerzwahrnehmung, von der Stimmung bis zur Konzentration.
    Leicht verständlich, dennoch fundiert und in exemplarischen Fallvignetten zeigen die Autoren wie, wenn wir natürliche Rhythmen beachten, man gesünder durch den Lebensalltag kommt.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    15.07.2016

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    • Hans Günther Weeß
    • Die schlaflose Gesellschaft
    • Wege zu erholsamem Schlaf und mehr Leistungsvermögen
    • Schattauer Verlag, Stuttgart: 2016

    Der Schlaf stelle ein elementares physiologische Grundbedürfnis dar. Durch unsere Non-Stop Gesellschaft wird er jedoch häufig gestört. Smartphone und Co, Schichtarbeit, Internet, ständige Erreichbarkeit stellt Weeß in einen direkten Zusammenhang zu Schlafstörungen und die daraus resultierenden körperlichen wie psychischen Erkrankungen. Er beschreibt die Schlafarchitektur, Bedeutung der Träume, Schlaf und Arbeitswelt sowie unzählige Schlafstörungen. Weeß gibt uns jedoch auch Techniken, Tipps und Regeln für guten und erholsamen Schlaf und räumt mit einige Mythen auf. Leicht lesbar und brauchbar für Menschen in Gesundheitsberufen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    14.07.2016

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    • Andreas Hillert
    • Burnout – Zeitbombe oder Luftnummer
    • Persönliche Strategien und betriebliches Gesundheitsmanagement
    • Schattauer, Stuttgart: 2014

    Hillert versucht augenzwinkernd, und dennoch aus der psychiatrischen Fachexpertise hinter die Kulissen des Burnout Paradigmas zu schauen und meint, man müsse dem Burnout-Phänomen dankbar sein. Obwohl nicht konkret definiert, ohne die Aufmerksamkeit garantierende Burnout –Überschrift, die aktuell in Gesellschaft und Medien zu finden sind, bekämen Themen wie Erschöpfung, Überforderung, Leistungseinbuße wohl nicht den Stellenwert, den sie in der Bevölkerung und den Unternehmen haben. Unterschiedliche Disziplinen wie psychiatrische Fachgesellschaften oder Arbeitsmediziner, die das Phänomen bis dato kaum wahrnehmen wollten ja oft sogar empört negiert hatten, bekunden nun ihre Deutungshoheit des Begriffs Burnout, der von einem selbstbetroffenen (Herbert Freudenberger) 1974 beschrieben worden ist.
    Hillert liefert kein Buch der großen Antworten, sondern stellt sie zudem zusätzlich. Hillert liefert nicht einmal eine eigene Definition des Phänomens, sondern bezeichnet es als subjektives Störungsmodell. Das Burnout-Phänomen wird von einer Großzahl von Menschen emotional verstanden, obwohl jeder seine eigene Sicht darauf hat. Vergleichbares findet man bei Begriffen wie Trauer, Krise oder Midlife Crises. Befragtes steigendes Belastungserleben sagt auch nichts über objektive Belastungsgrößen aus, sondern eben nur über individuelles Erleben.
    Aus Gründen der Komplexitätsreduktion wünscht sich natürlich jeder elevator speech taugliche Erklärungen, die auf einer Power Point Folie Platz haben, die dann paradoxerweise wieder zur Lebensqualitäts-Potenzierung und Leistungssteigerung optimal genutzt werden sollten – das genau ist die Kehrseite von Burnout!!

    Was kann man selbst oder ihre Mitarbeiter nun gegen Burnout tun?
    Natürlich lassen sich die individuellen wie systemisch-betriebsinternen Ressourcen stärken im Sinne der psychologischen Fertigkeiten, einer tragfähigen Vernetzung und optimiert humanisierter Arbeitsabläufe. Daneben kann letztlich fast alles, was die eindimensionale Fokussierung auf die ständige Steigerung der beruflichen Performance relativiert und der entsprechenden Verarmung eines Lebens substanziell entgegensteht, hilfreich sein.
    Die dazu benötigte Aktzeptanz und Achtsamkeit muss jeweils individuell und neu definiert werden. Und je emotionaler, tiefgründiger und humorvoller ihre diesbezügliche Antwort ausfällt, umso besser für Sie.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    28.11.2015

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    • Tschuschke, Anbeh
    • Ambulante Gruppenpsychotherapie
    • Schattauer : Stuttgart: 2008

    Die Page Studie ist in Deutschland bislang einzigartig gewesen. Es wurden mehr als 700 PatientInnen in ambulanten psychotherapeutischen Gruppen in rund 7 Jahren einbezogen. Analytische tiefenpsychologisch fundierte auf der einen Seite und psychodramatische Gruppenpsychotherapie auf der anderen Seiten wurden auf ihre Wirkung bei einem im ambulanten Versorgungsbereich typischen Patientenklientel miteinander verglichen. Fragen der Kurzzeit- gegenüber der psychotherapeutischen Langzeitbehandlung werden im ersten Teil des Buches behandelt, ebenso die Möglichkeit der Gruppen- gegenüber der Einzelpsychotherapie. Insgesamt gesehen war die Langzeit-Gruppenbehandlung objektiv und subjektiv die wirksamste Form der Behandlung dazu auch noch die zweitökonomischste. Das scheint auch in Zeiten der kassenfinanzierten Psychotherapie von Bedeutung zu sein.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    02.01.2015

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    • Gert Kaluza
    • Gelassen und sicher im Stress.
    • Springer, Heidelberg: 4. Auflage 2012

    Dieses Buch ist für alle stressgeplagte Menschen geschrieben, die bereits erste körperliche und seelische Anzeichen von Überlastung oder beginnender Erschöpfung spüren, aber ebenso auch für Führungskräfte, für Personalverantwortliche und Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen. Kaluza, Psychotherapeut, Trainer und Coach beschreibt hier v.a. das Ampelmodell von Stressoren – Stressverstärkern und Stressreaktion. Dies stellt gleichzeitig die Gliederung des Buches dar, welches grafisch gut aufbereitet und mit brauchbaren Übungen versehen ist.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    05.01.2014

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    • Matthias Hammer
    • SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen.
    • Ein Handbuch zur Moderation von Gruppen
    • Psychiatrie Verlag, Bonn: 2010

    Hammer hat hier ein sehr brauchbares Instrumentarium für Stressbewältigungsprogramme im klinischen und beraterischen Kontekt geschaffen. Es ist ein toller Handwerkskoffer für die tägliche Arbeit mit KlientInnen. Das Programm ist modular aufgebaut, sodass die Anwendung sehr flexibel gestaltet werden kann. Die Arbeitsunterlagen in der beiliegenden CD zu den Themen Planung positiver Aktivitäten, Problemlösen, Krisenbewältigung, Achtsamtkeit und Entspannung sind sofort einsetzbar und kaum zu adaptieren.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    02.01.2014

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    • Michael E. Harrer
    • Burnout und Achtsamkeit
    • Klett-CottaVerlag, Stuttgart: 2013

    Achtsamkeit bedeutet, sich darüber bewusst zu sein, was von Augenblick zu Augenblick geschieht – im Innen und Außen. Ein weiteres Buch zum Thema Burnout hat hier der Klett-Cotta Verlag 2013 herausgegeben und fokussiert den achtsamen Umgang im Erleben des Alltags, im Sinne des salutogenetischen Ansatzes: Was hält mich gesund? Fachkundige Anleitung und Beratung kann dieses Buch nicht ersetzen, der Autor erhebt auch nicht den Anspruch – jedoch kann man dann auch gleich das Achtsamkeits-Übungsbuch des Autors kaufen, damit man effizient entschleunigt. Ein Einstieg in die Achtsamkeitswelt – mehr aber auch nicht.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    02.01.2014

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    • Theo R. Payk
    • Burnout
    • Basiswissen und Fallbeispiel
    • Psychosozialer Verlag: Gießen: 2013

    In einem kleinen kompakten Büchlein beschreibt Payk die wesentlichen Merkmale von Burnout. Er unterscheidet dabei zwischen Burnout-Syndrom und „Burnt out“ einem anhaltendem Ausgebranntsein. Bei der Unterscheidung zwischen Burnout und Depression bleibt Payk uns eine differenziertere Unterscheidung schuldig. Die Fallbeispiele sind eindrückliche Praxisbelege von Menschen mit Erschöpfungszuständen, so wie sie uns in Behandllungssituationen immer wieder begegnen. Auch für Betroffene hat dies Wiedererkennungswert. Alles in allem gut kompakt beschrieben aber leider Behandlungspfade wie multidisziplinäre Diagnostik blieben leider aus.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    25.10.2013

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    • Thomas M.H, Bergner
    • Burnout bei Ärzten
    • Arztsein zwischen Lebensaufgabe und Lebens-Aufgabe
    • Schattauer: Stuttgart 2010, 2. Auflage

    Burnout ist bei ÄrztInnen erschreckend häufig. Doch häufig reagiert die Ärzteschaft kaum bis gar nicht, als ob es nicht sein dürfte. Viele ÄrztInnen reagieren abwertend, Burnout haben die anderen, nicht ich. Als Helfender selbst hilfsbedürftig zu sein, scheint beängstigend, täuscht aber nicht über die permanente Überlastung dieses Berufsstandes hinweg. Schwächen zuzugeben, scheint im Selbstverständnis der Ärzteschaft nicht state of the Art zu sein.
    Bergner gibt einen guten Überblick v.a. auch über die Berufung des Arztes, seine Stör- und Stressfaktoren, sowie über die Problematik im Klinikalltag.
    Der Umgang mit ÄrztInnen im Burnout wird ein zentrales Thema für die Zukunft. Michael, ein häufig zitierter an Burnout erkrankter Arzt im Buch hat leider nicht mehr in den Arztberuf zurückgefunden. Er hat nach Aufgabe seiner Praxis 1 1/2a gebraucht, sich selbst einzugestehen, dass er Burnout hatte.
    Insgesamt viele interessante Aspekte für ÄrztInnen zur Sensibilisierung zum Thema – kann man jedem im Gesundheitsbereich empfehlen.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    16.01.2013

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    • Ratheiser, Menschik-Bendele, Krainz, Burger
    • Burnout und Prävention
    • Ein Lesebuch für Ärzte, Pfleger und Therapeuten
    • Springer: Wien 2011

    4 Blickwinkel auf Burnout. Aus der Sicht der klinischen Psychologie, Organisationsberatung, Gruppendynamik und medizinischer Sicht geben sie Erfahrungswerte.
    Menschik-Bendele gibt einen Überblick über die Burnout Forschung, „Was hilft Helfern helfen“ beschreibt Michael Burger. Was kann Supervision, Coaching & Co? Er gibt Einblicke in die Beratungspraxis und wie ÄrztInnen geholfen werden kann. Krainz und Ratheiser beschreiben wie Organisationen und Gruppen in Kliniken funktionieren – Informationsdefizit, Hierarchierspitzen und Konflikte Einfluß auf die eigene Resilienz haben.

    Dieses Buch lädt zur Selbstanalyse ein. Es zeigt persönliche Wege von KlientInnen auf, die aus schwierigen Lebenssituationen herausgefunden haben.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    16.01.2013

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    • Dagmar Ruhwandl
    • Top im Job- ohne Burnout durchs Arbeitsleben
    • Klett-Cotta: Stuttgart 2010 2. Auflage

    Das 2009 zum ersten Mal erschienene Buch bringt in 7 Kapiteln informatives aber wenig innovatives zum Thema Burnout und Erschöpfung.
    Klassische Übungen zum Stressmanagement werden leicht verständlich präsentiert, auch hier wird Neues vermisst.
    Kapitel wie „Tipps für Kollegen und Vorgesetzte“, sowie „Warum brennt mein Job mich aus?“ geben gute Auskunft über die eigene Überforderung und die anderer mit Erschöpfung von Kollegen umzugehen.
    Ein wenig spektakuläres, aber solides Grundlagenwerk für Interessierte und Betroffene.
    Auf einer Bewertungsskala von 1-10 (1=nicht optimal, 10=optimal) eine 6!

    Lisa Tomaschek-Habrina

    17.08.2012

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    • Diane Drexler
    • Das integrierte Stressbewältigungsprogramm ISP
    • Manual und Materialien für Therapie und Beratung
    • Klett-Cotta Verlag, 3. Auflage 2012

    Das ISP zielt auf störungs- und problemübergreifen auf einen besseren Umgang mit alltäglichen Belastungen.
    Das Manual richtet sich v.a. für Gruppenarbeit in Therapie, Beratung und Begleitung von betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen und Prävention mit aus der Praxis heraus entstandenen Tools, Prinzipien, Methoden und Techniken verschiedener psychotherapeutischer Verfahren und Beratungsansätzen.

    Den Grundprinzipien der Gruppenarbeit wie Warming up, Wahrnehmungs- und Achtsamsübungen, Entspannungstraining, erlebnisaktivierende Gruppenübungen, und Wissensbausteinen für Stressbewältigung wird hier Rechnung getragen.

    Für „Althasen“ Trainer zum Thema Stressmanagement Vielbekanntes und Dejà vues, in ansprechender Form brauchbar zusammengestellt. Für all jene, die sich dem Thema erst annähern wollen, eine sehr praxisorientierte Sammlung von Übungen und Herangehensweisen an das Thema auch mit Arbeitsblätter-CD.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    26.07.2012

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    • Stefanie Weimer, Maureen Pöll
    • Burnout- Behandlungsmanual
    • Baukastenmodul für Einzeltherapie und Gruppen, Klinik und Praxis
    • Klett-Cotta Verlag: 2012

    Die beiden deutschen Diplom Psychologinnen der Frankenalb-Klinik Engelthal, beschreiben in diesem Manual in 6 Modulen, wie man mit Burnout-Betroffenen v.a. im Klinikalltag zu den Themen

    • Einblick in die eigene Krankheit gewinnen
    • Kognitive Behandlung von Burnout
    • Emotionen von Burnout
    • Präventive Maßnahmen gegen Burnout
    • Sinn- und Wertefragen
    • Burnout-Rückfallprophylaxe

    Sinnvoll arbeiten kann.

    Sie berücksichtigen dabei die wissenschaftlich bereits evaluierten und empirisch bestätigten Herangehensweisen in der Praxis.
    Innovation darf man sich nicht erwarten, wofür das Buch spricht ist seine Prägnanz, Übersichtlichkeit, in kurzen Worten sich aufs Wesentliche zu beziehen. Die Arbeitsblätter auf CD sind für den eigenen Gebrauch wahrscheinlich noch zu adaptieren, bieten jedoch eine gute Grundlage zur Konzeption.

    Lisa Tomaschek-Habrina

    26.07.2012

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    • Uschi Eichinger, Hyra Hoffmann-Machum
    • Der Burnout Irrtum
    • Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel – Burnout fängt in der Körperzelle an.
    • Systemed: 2012

    Das Buch soll einen Irrtum aufklären, eine Lücke schließen. In seiner Aufbereitung durchaus ja – prägnant, verständlich und profunde Beschreibungen von gestörten Zellstoffwechselvorgängen bei Burnouterkrankungen – hervorragend !! Thematisch eine Lücke schließend – nein! Dass es bei erschöpften und ausgebrannten Menschen zu erheblichen Vitalstoffmangel kommt ist nichts Neues. Dazu gibt es auch andere Publikationen.
    Dass der körperliche Aspekt bei Erschöpfung bei bisherigen Publikationen und Behandlungen zu kurz kommt und Burnout in der „Psycho Ecke“ feststeckt – kann ich, wie die Autorinnen betonen – auch nicht bestätigen. Warum?

    Denn alle, die sich fundiert und seriös mit dem Phänomen Burnout beschäftigen und v.a. Betroffene behandeln, würden nie auf die Idee kommen, körperliche Auswirkungen außer Acht zu lassen. Die AutorInnen unterliegen hier einem eigenen „Burnout-Irrtum“, dass in bisherigen Behandlungen nur auf psychischen und organisationalen Aspekte bei Burnout Erkrankungen der Fokus gelegt wurde.

    Eine state oft he Art Behandlung berücksichtigt eine interdisziplinäre Behandlung auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebenen, denn genau dort manifestiert sich per definitionem das Burnout Syndrom.

    Die Themenvielfalt dieses Buches lässt es mehr in die Breite als in die Tiefe gehen. Dies macht es jedoch für den Interessierten lesbar und in seiner Prägnanz brauchbar und liefert wertvolle Hinweise über Evolutionsbiologie, Biochemie und Biophysik.

    Gesundheit fängt in der Zelle an, heißt es hier. Aufgrund labordiagnostischer Methoden ist es heute möglich, das Ausmaß der individuellen Stressbelastung auf die Zellen und die Fähigkeit der Zellen, Energie zu produzieren, zu ermitteln. Leider sind diese Laboruntersuchungen sowohl in Deutschland als auch in Österreich kein Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherungen.

    Sehr verständlich werden die einzelnen Botenstoffe und Stresshormone beschrieben, aber auch wertvolle Hinweise gegeben wie man die eigene Energieproduktion mit einfachen Mitteln wieder ankurbeln kann.

    Generell: Prädikat wertvoll

    Lisa Tomaschek-Habrina

    19.04.2012

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