Aufgaben priorisieren, sich selbst organisieren, virtuell kommunizieren – nicht allen Mitarbeitenden liegt die Arbeit im Homeoffice. Führungkräfte können Coaching-like bei der Bewältigung der Herausforderungen unterstützen.

 

Mitarbeitercoaching mit Mark

Florian F., Abt. Ltg. einer großen Handelsfirma mit Coachingausbildung, lässt sich selbst immer wieder durch einen externen Coach begleiten. Die Erfahrungen mit dem jungen MA Mark, der Probleme im Selbstmanagement im Homeoffice aufweist, lassen ihn zufrieden wirken. Er bot ihm ein Mitarbeitercoaching mit Fokus Selbstorganisation und Struktur an. „Ich denke, es war ein echter Vorteil, dass nicht ein externer Coach, sondern ich als Führungskraft Coaching-like mit ihm gearbeitet hat.“ Regelmäßige stand up meetings mit Mark und Hinweise zur Selbststrukturuierung hat die Beziehung und das gegenseitige Vertrauen ad hoc verbessert und auch die Ergebnisse von Mark waren zufriedenstellender.

 

One2one Meetings mit Introvertierten MA besser

Introvertierte MA fühlen sich wohler in virtuellen one2one Settings als in Gruppenmeetings. Extrovertierte MA, die Socializer im Team sind, benötigen eventuell adaptierte Aufgaben, für die homeoffice Situation. Karina, die im Büro immer im Einsatz ist, hilfsbereit, jedem bekannt und beliebt, ist nach der langen Home Office Zeit zutiefst unglücklich. In einem Mitarbeitercoaching mit ihrer Führungskraft wurde für sie eine neue Rolle und Aufgabe herausgearbeitet. Sie wird Betreiberin des virtuellen Kaffees, was ihren alten Elan wieder hervorzauberte und auch andere Nachbarteams von der Idee ansteckte.

 

Spagat zwischen Rolle der FK und des Coachs.

Die Anforderungen und Erwartungen, die mit der Führungs- und Coachrolle verbunden sind, sind zum Teil unterschiedlich und oft auch widersprüchlich. Die neutrale Position auf Augenhöhe des Coachs ist als FK aufgrund des hierarchischen Gefälles nicht einhaltbar. Dadurch sind dem Mitarbeitercoaching Grenzen gesetzt, innerhalb derer jedoch sehr viel möglich ist.

 

Coaching-Skills im Online Modus

Die wertschätzenden Kommunikationsskills, das aktive Zuhören, die Fragetechniken um nur einige Coaching-Skills zu nennen, sind egal ob im face2face oder remote Modus, zentrale Kompetenzen. Das Resonanzgeschehen im virtuellen MA-Coaching ist jedoch beschränkt, da die unbewusste Körpersprache auch Embodiment genannt, nur auf den sichtbaren Körperteil beschränkt ist. Das „Lesen“ des Gegenübers über die Mimik, Gestik oder Körperhaltung funktioniert virtuell deutlich schlechter. Diese intuitive Resonanzgeschehen des sich aufeinander Einstellens geht bei der virtuellen Übertragung häufig verloren.

 

Kommunikatives Fingerspitzengefühl

Da im virtuellen Gespräch die sozio-emotionalen Aspekte deutlich schlechter übertragen werden als im analogen, ist es im MA-Coaching auf Distanz umso wichtiger, diese zu thematisieren. „Ich habe den Eindruck, dass du einen Heidenrespekt hast.“ Oder „Mir kommt vor, damit hast du echt Spaß?“ Die Beziehungsebene muss expliziter gemacht werden. Da man sich im Home Office ja @ home in der vertrauten, sicheren Atmosphäre befindet, erleichtert es die Thematisierung. Als coachende FK gilt es auch noch mehr auf die Balance von Nähe und Distanz zu achten. Intuition und Flexibilität ist hier gefragt, da jeder Coachee unterschiedliche Bedürfnisse hat.

 

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